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Légèreté

Die Arbeit der Légèreté beginnt mit der Arbeit an der Basis. Das Fundament für die Basis ist ein simples Grundprinzip:
Damit sich ein Pferd leichtfüssig und geschmeidig bewegt, muss es Auslauf haben. Damit es ausgeglichen ist, braucht es den direkten Kontakt zu Artgenossen.
Um dem Pferd etwas beizubringen, sollte man sich zuallererst über den Unterschied zwischen Führen und Dominieren bewusst werden:
Dominieren setzt im Unterschied zum Führen bei der Unsicherheit des Pferdes an. Führen dagegen beim Wohlgefühl des Pferdes. Eine gute Führung erzieht das Pferd zur Selbstständigkeit und macht es oft notwendig, zwischen den Zeilen zu lesen: 

Denn ein "Begreifenlassen" nimmt andere Wege als eine reine Kondtionierung. Führen setzt deshalb zum einen ein Grundverständnis für das Wesen des Pferdes und eine Analyse der bestehenden Pferd-Reiter-Situation voraus. Ziel dabei ist immer ein größtmöglicher Komfort für das Pferd und dadurch auch für den Reiter.
Wichtigste Basis für ein solch körperliches Wohlgefühl des Pferdes sind Schulterfreiheit und Balance. Denn die allerorts propagierte Gewichtsaufnahme durch die Hinterhand funktioniert nur, wenn das Pferd gelernt hat, sich geradeaus auszubalancieren. Sinn und Zweck der Légèreté ist es darum, dem Pferd die mit der Balance einhergehende Erfahrung von Leichtigkeit von Anfang an mittels einfachster Übungen immer wieder anzubieten. So sind Seitengänge auch kein Mittel zum Zweck, sondern letztlich das logische Ergebnis einer soliden Arbeit an der Basis. Auf dem Weg dorthin gilt es in der Regel, das Pferd in den Schultern auszubalancieren und damit von seiner inneren Schulter weg in die freie Vorwärtsbewegung zu führen. Jede Stütze, die das Pferd dabei sucht, wird mit ebenso feiner wie konsequenter Hilfengebung korrigiert, um das Pferd in Entspannung und Selbsthaltung zu bringen. Kurz: Piaffen haben erst dann etwas mit Légèreté zu tun, wenn das Pferd die nötige Balance und Muskulatur dafür erarbeitet hat. Noch so spektakuläre Seitengänge sind ohne echte Leichtigkeit reine Makulatur und Takt und "an-die-Senkrechte-reiten" ohne wirkliche Losgelassenheit nichts als eine brüchige Fassade

 

Einer der jenigen, der diesen Umstand am treffendsten in Worte fasste, war Nuno Oliveira: "Das Mittelmaß hat an der Liebe keinen Anteil. Und ohne Liebe kann man kein Kunstwerk schaffen."